Ich möchte folgende Sprache(n) lernen:
Autor:

Johannes Bopp
Die Regeln der englischen Grammatik zu lernen ist kompliziert und trocken – wenn du den falschen Ansatz hast. Viele denken nämlich, man muss alle Regeln auswendig lernen. Dabei verlieren sie oft den Bezug zur Praxis. Was dabei herauskommt? Man wird zu einem Linguistik-Experten, der kein fließendes Englisch sprechen kann.
Was ist also der richtige Ansatz?
Lerne zuerst nur die grundlegendsten Grammatikregeln. Welche das sind, wirst du in diesem Artikel sehen.
Lerne Grammatikregeln in der richtigen Reihenfolge – hier findest du sie nach Priorität aufgelistet.
Lass nie praktische Übungen aus, und wende dein neu gewonnenes Wissen direkt an. Ich zeige dir, wie du das am besten machst.
Hier lernst du auch, was die acht häufigsten englischen Grammatikfehler bei uns Deutschen sind – vermutlich begehst du einige von ihnen.
Dieser Artikel baut dir die notwendige Grammatik-Basis für konversationssicheres Englisch auf
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Englische Grammatik: Übersicht der 9 wichtigsten Regeln
1. Verwende den richtigen Satzbau
Der Satzbau im Englischen folgt einer festen Grundstruktur:
Subjekt → Verb → Objekt
Diese Struktur darfst du nicht ändern.
Hier sind ein paar einfache Beispielsätze:
| Subjekt | Verb | Objekt |
|---|---|---|
| I | cook | dinner |
| She | reads | a book |
| They | play | football |
| We | watch | a movie |
| He | drinks | water |
Es gibt auch Sätze mit Hilfsverben wie can (kann), will (wird), must (muss). Sie dürfen nicht vom Verb getrennt werden:
| Subjekt | Verb | Objekt |
|---|---|---|
| I | can play | football |
| She | will read | a book |
| They | must finish | their homework |
| We | can watch | a movie |
| He | will drink | water |
Das heißt, dass „I can football play“ falsch ist, weil „can“ von „play“ getrennt wäre. Viele machen diesen Fehler, weil diese Trennung im Deutschen geschieht: „Ich kann Fußball spielen.“.
2. Wende Zeitformen richtig an und konjugiere entsprechend die Verben
Die Zeitformen sind der größte und schwierigste Teil der englischen Grammatik. Das hat zwei Gründe:
Du musst lernen, wann du welche Zeitform verwenden musst. Das Schwierige daran ist, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mehrere Zeitformen haben. Wir Deutsche verwechseln zum Beispiel sehr oft das Simple Past mit dem Present Perfect, denn beide werden für die Vergangenheit benutzt.
Bei jeder Zeitform werden die Verben anders konjugiert.
Wenn du noch keine Zeitformen gelernt hast, solltest du zuerst diese drei in der folgenden Reihenfolge lernen:
1. Simple Present (Gegenwart)
Wird für Gewohnheiten, allgemeine Aussagen und Fakten verwendet.
Beispiel: I work in an office.
2. Simple Past (Vergangenheit)
Wird für abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit genutzt.
Beispiel: I worked yesterday.
3. Future (Zukunft)
Wird für Vorhersagen, spontane Entscheidungen oder einfache Aussagen über die Zukunft genutzt.
Beispiel: I will work tomorrow.
Mit diesen drei Zeitformen deckst du bereits das Wichtigste ab, um dich im Alltag auszudrücken.
Wenn du tiefer einsteigen willst und auch komplexere Zeitformen wie das Present Perfect oder das Past Progressive lernen möchtest, schau dir unseren Artikel zu allen englischen Zeitformen an.
3. Konjugiere unregelmäßige Verben richtig
Unregelmäßige Verben sind Verben, die in der Vergangenheit und im Partizip nicht nach den normalen Regeln gebildet werden, schau:
Regelmäßig: work (Infinitiv) → worked (Simple Past) → worked (Past Participle)
Unregelmäßig: go (Infinitiv) → went (Simple Past) → gone (Past Participle)
Es gibt im Englischen sehr viele unregelmäßige Verben. Die gute Nachricht: Du musst nicht alle auswendig lernen. Es reicht, wenn du die häufigsten kennst, weil sie im Alltag ständig vorkommen.
Hier eine Übersicht der wichtigsten unregelmäßigen Verben mit ihren drei Grundformen:
| Infinitiv | Simple Past | Past Participle | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|---|
| be | was/were | been | sein |
| have | had | had | haben |
| do | did | done | tun, machen |
| go | went | gone | gehen |
| get | got | got/gotten | bekommen |
| make | made | made | machen |
| take | took | taken | nehmen |
| come | came | come | kommen |
| see | saw | seen | sehen |
| say | said | said | sagen |
| find | found | found | finden |
| give | gave | given | geben |
4. Verwende die passenden Präpositionen
Viele Anfänger und sogar manche Fortgeschrittene verwechseln häufig englische Präpositionen. Zum Beispiel sagen Deutsche oft „I’m good in English“, obwohl es „I’m good at English“ heißen soll.
Also, wie lernt man, wann man in, on, at, to, for oder by sagt? Schauen wir uns dafür zuerst die Bedeutung der jeweiligen Präpositionen an:
| Präposition | Typische Verwendung | Beispiel | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|---|
| in | Ort (größerer Raum) | In the room | in, drinnen |
| on | Oberfläche | On the table | auf |
| at | genauer Ort/Zeitpunkt | At the station / at 5 pm | bei, um |
| to | Richtung/Ziel | Go to school | nach, zu |
| for | Grund/Zweck | A gift for you | für |
| by | Urheber/Transport | A book by John / go by bus | von, mit |
| with | Begleitung/Werkzeug | With a friend / cut with a knife | mit |
Allerdings gibt es auch spezielle Situationen, bei denen du dir die richtige Präposition merken musst. Hier ein Beispiel:
Der Satz „Ich bin im Bus.“ heißt im Englischen: „I am on the bus.“, nicht „in the bus“, obwohl logisch gesehen die Präposition „in“ passen sollte.
Hier sind weitere Situationen, in denen wir oft die falschen Präpositionen nutzen:
„I am in bed.“ (Ich bin im Bett) – hier wird kein „on“ verwendet.
„I am at school.“ (Ich bin in der Schule) – hier steht at, nicht in.
„She is married to John.“ (Sie ist mit John verheiratet) – hier steht to, nicht with.
Tipp: Je öfter du englische Gespräche hörst, desto besser wird dein Gefühl für englische Präpositionen.
5. Bilde Fragesätze richtig
Im Englischen brauchst du fast immer das Hilfsverb „do“, um eine Frage zu stellen, schau:
„Do you like pizza?“ (Magst du Pizza?)
„Does she work here?“ (Arbeitet sie hier?)
„Did they call you?“ (Haben sie dich angerufen?)
Wenn du Fragen mit what, when, who, where und why bildest, stehen diese Wörter am Anfang des Satzes:
„What do you want?“ (Was willst du?)
„Where does he live?“ (Wo wohnt er?)
„Why did she leave?“ (Warum ist sie gegangen?)
Wenn aber what, when, who, where und why das Subjekt des Satzes sind, gibt es kein Hilfsverb:
„Who called you?“ (Wer hat dich angerufen?)
„What happened?“ (Was ist passiert?)
6. Bilde grammatisch korrekte If-Sätze
Mit If-Sätzen drückst du Bedingungen aus (sprich: Wenn A, dann B). Es gibt verschiedene Arten von If-Sätzen, aber für den Anfang reichen erstmal die drei wichtigsten:
1. First Conditional (realistische Bedingung)
Struktur: If + Simple Present → will + Verb
Beispiel: If it rains, I will stay home. (Wenn es regnet, bleibe ich zuhause.)
Verwende es, wenn etwas in der Zukunft wirklich passieren kann.
2. Second Conditional (unrealistische/gedachte Bedingung)
Struktur: If + Simple Past → would + Verb
Beispiel: If I had more time, I would travel more. (Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mehr reisen.)
Verwende es für Situationen, die unwahrscheinlich oder nur vorgestellt sind.
3. Third Conditional (Vergangenheit, die nicht mehr änderbar ist)
Struktur: If + Past Perfect → would have + Participle
Beispiel: If I had studied, I would have passed the exam. (Wenn ich gelernt hätte, hätte ich die Prüfung bestanden.)
Verwende es für verpasste Chancen in der Vergangenheit.
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Häufige Fehler in der englischen Grammatik: 8 Beispiele
Vermutlich hast du schon mal which mit that oder if mit when verwechselt. Diese kleinen Fehler schleichen sich sogar bei Fortgeschrittenen ein, vor allem im offenen Gespräch. Wenn du dein Englisch auf ein professionelles Level bringen willst, wird dir das hier weiterhelfen:
1. For vs. Since – Zeitraum oder Zeitpunkt?
Regel: For steht vor Zeiträumen, since vor Zeitpunkten.
„I have lived here for two years.“ (Ich lebe seit zwei Jahren hier.)
„I have lived here since 2020.“ (Ich lebe seit 2020 hier.)
2. Much vs. Many – zählbar oder nicht zählbar?
Regel: Much benutzt man für nicht zählbare Dinge, many für zählbare.
Ein Wort ist zählbar, solange du eine Zahl davor setzen kannst, wie das Wort friends (Freunde): „I have two friends.“ (Ich habe zwei Freunde). Wörter wie money (Geld) sind dagegen nicht zählbar. Ein Satz wie „I have two money“ (Ich habe zwei Geld) wäre deshalb falsch.
„I don’t have much money.“ (Ich habe nicht viel Geld.)
„She has many friends.“ (Sie hat viele Freunde.)
3. Some vs. Any – positiv oder Frage/Verneinung?
Regel: Some steht in positiven Sätzen, any meist in Fragen oder Verneinungen.
„I have some apples.“ (Ich habe ein paar Äpfel.)
„Do you have any apples?“ (Hast du irgendwelche Äpfel?)
„I do not have any apples.“ (Ich habe keine Äpfel.)
5. If vs. When – Bedingung oder Gewohnheit?
Regel: If benutzt man, wenn es unklar ist, ob etwas passiert. Bei when steht fest, dass es passieren wird.
„If it rains, we will stay inside.“ (Falls es regnet, bleiben wir drinnen.)
„When the teacher comes, the class starts.“ (Wenn der Lehrer kommt, startet der Unterricht.)
6. Which vs. That – Zusatzinfo oder notwendig?
Regel: That benutzt man, wenn die Information notwendig ist, um genau zu verstehen, was gemeint ist. Which (immer mit Kommas) fügt nur eine Zusatzinfo hinzu, die man auch weglassen könnte.
Beispiele:
The book that I bought is interesting. (Das Buch, das ich gekauft habe, ist interessant.) Es gibt viele Bücher, deshalb grenzt man mit that ein, welches Buch gemeint ist. Ohne that wäre die Aussage je nach Kontext unklar.
The book, which I bought, is interesting. (Das Buch ist interessant – und übrigens habe ich es gekauft.) Der Relativsatz liefert hier nur eine zusätzliche Information, die man auch weglassen könnte.
Wie du bereits merkst, bestimmt immer der Kontext des Gesprächs, ob du that oder which benutzen musst.
7. This/That vs. These/Those – nah oder fern?
Regel: This (Singular) und these (Plural) = nah; that (Singular) und those (Plural) = fern.
Du hältst ein Buch in der Hand und sagst: „This book is great.“ (Dieses Buch ist großartig.)
Du zeigst auf ein Buch in einem Regal und sagst: „That book is great.“ (Dieses Buch ist großartig.)
Du siehst: Im ersten Satz ist das Buch nah bei dir, im zweiten ist es von dir entfernt.
8. A vs. An – auf den Laut kommt es an
Regel: A steht vor Konsonantlauten, an vor Vokallauten.
„a car“ (ein Auto)
„an apple“ (ein Apfel)
„an hour“ (eine Stunde)
Zusammenfassung: Die Erklärung der englischen Grammatik
Glückwunsch! Mit diesem Artikel hast du eine solide Basis für die englische Sprache gewonnen. Wenn du diese Regeln beherrschst, gehörst du schon zu den Fortgeschrittenen. Und falls du noch manche Teile der englischen Grammatik lernen musst, kannst du sie mit diesem Artikel wiederholen.
Aber noch wichtiger sind Übungen: Je öfter du Grammatik in echten Sätzen anwendest, desto sicherer wirst du. Eine gute Möglichkeit dafür ist die Sprachlern-App Busuu. Dort gibt es einfache Lektionen mit Videos und Bildern, interaktive Übungen und eine Community mit englischen Muttersprachlern, die dir weiterhelfen.
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Wenn du Sachen wie Satzbau, If-Sätze oder Zeitformen lernen willst, dann schreib eigene kurze Sätze auf Englisch – das hilft! Du kannst diese Sätze dann in der Busuu-Community teilen und englische Muttersprachler werden dich anschließend korrigieren.
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