Diese Sprache(n) will ich lernen:
Autor:

Johannes Bopp
Um auf Japanisch Nein zu sagen, greifen Anfänger meistens zum Wort „iie“. Doch in vielen Fällen ist das unpassend – auch wenn es die offizielle Übersetzung von „Nein“ ist. Stattdessen sagt man je nach Situation eher:
Sore wa chotto… (Das ist etwas schwierig)
Enryo shimasu (Ich verzichte)
Mō daijōbu desu (Es passt schon)
Tabun… (Vielleicht…)
Es gibt noch viele weitere Wege, Nein zu sagen. Und du musst wissen, welcher Nein-Ausdruck zu welcher Situation passt. Deshalb lernst du hier nicht nur Vokabeln, sondern bekommst auch ein Gespür für die japanische Kultur.
Dadurch lernst du zusätzlich eine weitere wichtige Sache: Wahrzunehmen, wann dir ein Japaner Nein sagt. Denn Japaner machen das sehr subtil – du als Deutscher wirst es zu Beginn kaum merken. Das ist besonders wichtig, wenn du beruflich in Japan unterwegs bist.
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Etwas auf Japanisch ablehnen: Was du dabei beachten musst
Bevor wir uns die genauen Ausdrücke anschauen, musst du Folgendes wissen:
Japans Kultur wird von einem Konzept geprägt, das „wa“ (和) heißt. Wa steht für Harmonie, Frieden und Ausgeglichenheit. Da in Japan so viel Wert auf Harmonie gelegt wird, spricht man dort auf eine nicht-konfrontative Weise.
Deshalb schwächt man Absagen ab oder verpackt sie in andere Worte. Statt klar Nein zu sagen, hört man häufig Wendungen wie „Das ist schwierig“. Das sorgt bei uns Deutschen oft für Verwirrung, besonders im beruflichen Kontext. Wir sind es gewohnt, sehr direkt zu kommunizieren. Doch bei Japanern ist das unhöflich.
Deshalb bringe ich dir hier bei, wie du höflich Nein sagst, ohne die japanische Harmonie zu gefährden.
Wie man auf Japanisch je nach Situation „Nein“ sagt
In Alltagssituationen
Im Geschäft ein Angebot ablehnen: kekkō desu (Nein danke/Das ist genug)
Stell dir vor, du kaufst etwas, und der Verkäufer bietet dir zusätzlich ein Sonderangebot an – aber du willst es nicht. In diesem Fall sagst du kekkō desu, was wortwörtlich „Es ist ausreichend“ bedeutet. Es klingt höflich und zeigt, dass du zufrieden bist und nichts Weiteres brauchst. Nutze es auch, wenn jemand auf der Straße zum Beispiel eine Umfrage machen will, und du keine Zeit hast.
Im Café einen Nachschub ablehnen: mō daijōbu desu (Es passt schon)
Du sitzt im Café und der Kellner fragt, ob du noch einen Kaffee möchtest. Wenn du ablehnen willst, antwortest du mit mō daijōbu desu, was wortwörtlich „Es ist schon in Ordnung“ bedeutet.
Bei Freunden Essen ausschlagen: mō onaka ippai desu (Ich bin schon satt)
Angenommen, du bist bei einem Freund zu Hause, und er bietet dir noch mehr Essen an. Du bist aber satt und sagst: mō onaka ippai desu, was wörtlich „Mein Bauch ist schon voll“ heißt. So lehnst du ab, ohne unhöflich zu wirken.
Bei Einladungen
Eine konkrete Einladung ablehnen: sore wa chotto… – „Hm, das ist etwas schwierig…“
Stell dir vor, jemand fragt dich: „Hast du am Samstag Zeit?“ Doch du kannst oder willst nicht. In diesem Fall sagst du: „sore wa chotto“. Wortwörtlich übersetzt heißt das: „Das ist ein bisschen…“. Der Satz ist unvollständig, weil man sich das Wort „schwierig“ am Ende einfach dazudenkt. Dein Gegenüber wird verstehen, dass du nicht kannst.
Vorschlag verschieben: mata kondo ni shimashō – „Lass es uns ein anderes Mal machen“
Wenn ein Freund dich fragt, ob ihr am Wochenende etwas unternehmt, du aber keine Zeit hast, sagst du mata kondo ni shimashō. Das bedeutet „Lass es uns ein anderes Mal machen“. Es klingt freundlich, hält die Tür offen und wirkt nicht abweisend.
Unverbindliche Einladung höflich abfedern: sō desu ne, mata renraku shimasu – „Ja, genau. Ich melde mich mal.“
Wenn jemand nur sagt: „Lass uns irgendwann mal treffen“, steckt oft keine echte Planung dahinter, sondern eine Höflichkeitsfloskel. Du kannst zustimmend reagieren mit sō desu ne, mata renraku shimasu, was „Ja, genau. Ich melde mich mal“ heißt. In solchen Fällen ist es nicht nötig, abzulehnen.
Im beruflichem Umfeld
Einen Vorschlag ablehnen: muzukashii desu – „Das ist schwierig“
Wenn ein Kollege oder Geschäftspartner einen Vorschlag macht, den du nicht umsetzen kannst, sagst du muzukashii desu. Das bedeutet wörtlich: „Es ist schwierig“. Das ist ein indirektes Nein, das respektvoll klingt.
Zeit gewinnen: kentō shimasu – „Ich werde es prüfen“
Sehr typisch ist auch kentō shimasu (Ich werde es prüfen). In vielen Fällen ist das bereits eine höfliche Absage, auch wenn es nach außen wie ein offenes Versprechen klingt. Geschäftspartner wissen oft, dass keine Zustimmung folgen wird – trotzdem bleibt die Beziehung harmonisch.
Ein Angebot höflich ablehnen: konkai wa enryo shimasu – „Diesmal verzichte ich“
Besonders elegant wirkt konkai wa enryo shimasu (Diesmal halte ich mich zurück). Damit lehnst du höflich ab, aber verschließt dich nicht. Denn du lässt Raum für zukünftige Kooperationen.
Bei engen Freunden
Ein Treffen absagen: gomen, muri – „Sorry, geht nicht“
Wenn dich ein enger Freund fragt, ob ihr euch heute trefft, du aber keine Lust oder Zeit hast, kannst du gomen, muri sagen. Das bedeutet so viel wie „Sorry, geht nicht“. Es ist direkter, aber normal unter engen Freunden.
Hilfe ablehnen: daijōbu – „Alles gut“
Ein Freund will dir beim Tragen oder Bezahlen helfen, aber du möchtest es alleine machen? Dann musst du daijōbu (Alles gut) sagen.
Bei Ja/Nein-Fragen
Bei klaren Ja/Nein-Fragen kannst du tatsächlich iie verwenden. Beispiel: „Hast du Milch gekauft?“ – Gyun’yū o kaimashita ka? – Antwort: „Iie, kaimasen deshita“ (Nein, habe ich nicht). Aber Vorsicht: Sage nie einfach nur „iie“, weil das wiederum zu direkt wäre. In den meisten Fällen wiederholt man das Verb aus der Frage, damit die Antwort klar und respektvoll klingt, wie oben in dem Beispiel.
3 direkte japanische negative Begriffe, die du kennen musst
Neben iie gibt es noch weitere direkte negative Begriffe. Hier zeige ich dir, wie man sie richtig verwendet:
Muri! – „Das ist unmöglich!“
Muri verwendest du besser nur im persönlichen Umfeld. Du sagst es, wenn eine Bitte oder Aufgabe einfach nicht machbar ist.
Dame – „Verboten / geht nicht“
Dame bedeutet „Das ist nicht erlaubt“. Unter Freunden sagt man einfach „Dame!“, wenn etwas nicht geht, zum Beispiel bei einem Spiel. Höflicher klingt „Dame desu“, was man auch im Alltag mit Fremden hört, etwa wenn ein Polizist erklärt, dass etwas nicht erlaubt ist.
Iya – „Ich will das nicht“
Iya ist ein umgangssprachliches „Nein“ oder „Will ich nicht“. Es passt im privaten Umfeld, wenn dir zum Beispiel jemand etwas vorschlägt, das dir nicht gefällt. Gegenüber Fremden oder im Beruf solltest du es nicht verwenden.
Busuu hilft dir, neue japanische Wörter auswendig zu lernen
Du hast jetzt viele neue Wörter wie iya, chotto oder daijōbu gelernt. Mit Busuu lernst du sie schnell auswendig mithilfe des Wiederholungs-Managers. Wörter, die dir schwerfallen, werden öfter wiederholt, während dir vertraute Begriffe seltener erscheinen. Und da diese Vokabeln mit diversen Übungen wiederholt werden, gelangen sie schnell in dein Langzeitgedächtnis.
Alle Wege auf Japanisch Nein zu sagen in einer Tabelle
| Ausdruck | Bedeutung | Wann benutzen? |
|---|---|---|
| iie | Nein | Formell, auf klare Ja/Nein-Fragen. Im Alltag eher selten, klingt streng. |
| kekkō desu | Nein danke | Höflich Angebote ablehnen (z. B. im Geschäft, im Café). |
| mō daijōbu desu | Danke, es passt schon | Nachschub oder Hilfe freundlich ablehnen. |
| muzukashii desu | Das ist schwierig | Im Beruf oder Alltag, um indirekt Nein zu sagen. Klingt höflich. |
| muri desu | Das ist unmöglich | Wenn etwas gar nicht machbar ist. Klarer als „muzukashii desu“. |
| enryo shimasu | Ich verzichte (zurückhaltend) | Sehr höflich, besonders bei Geschäftspartnern oder Kunden. |
| mata kondo ni shimashō | Lass es uns ein anderes Mal machen | Einladungen freundlich verschieben. |
| tabun… | Vielleicht… | Bei lockeren Einladungen oder Vorschlägen, um höflich Nein zu signalisieren. |
| iya | Ich will nicht | Locker im Freundeskreis. Im Beruf vermeiden. |
| dame | Geht nicht / verboten | Alltäglich, um klar zu sagen, dass etwas nicht erlaubt oder nicht möglich ist. |
| sore wa chotto | Hm, etwas schwierig… | Sehr typische indirekte Absage bei Einladungen oder Bitten. |
Zusammenfassung: Japanische Ausdrücke für „Nein“
Hier hast du gelernt, auf die japanische Art und Weise etwas abzulehnen. Du weißt jetzt, wie du ein direktes iie (Nein) vermeidest und kennst mehrere Ausdrücke, die du je nach Situation richtig einsetzen kannst.
Im Alltag kannst du Formulierungen wie kekkō desu („nein danke“), mō daijōbu desu („passt schon“) oder sore wa chotto… („hm, eher schwierig…“) verwenden.
Im Beruf sind Ausdrücke wie muzukashii desu („das ist schwierig“), kentō shimasu („ich werde es prüfen“) oder enryo shimasu („ich verzichte“) oft passender.
Unter Freunden darf es lockerer sein, z. B. mit iya („nee“), dame („geht nicht“) oder gomen, muri („sorry, geht nicht“).
Verwende iie nur, um auf eine Ja/Nein-Frage zu antworten. Aber selbst dann solltest du vorsichtig sein: In der Regel wiederholt man zusätzlich das Verb aus der Frage, weil ein alleinstehendes iie doch wieder zu direkt wirkt.
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