Diese Sprache(n) will ich lernen:
Autor:

Johannes Bopp
Wenn du einen Online-Übersetzer fragst, wie man auf koreanisch „Danke“ sagt, bekommst du eine einfache Antwort:
gamsahabnida (감사합니다)
Diese Antwort ist zwar richtig, aber unvollständig.
Denn es gibt mehrere Wege, Danke zu sagen. Und wenn du in bestimmten Situationen das falsche Danke sagst, kannst du komisch, unhöflich oder kalt rüberkommen – je nachdem, was der Kontext ist.
Wenn du zum Beispiel einen Nachbarn hast, mit dem du dich gut verstehst und der dir bei etwas geholfen hat, wäre ein einfaches „gamsahabnida“ (감사합니다) zu distanziert. In diesem Fall wäre ein „jeong-mal go-ma-wo-yo“ (정말 고마워요) viel angemessener, weil es wärmer ist, aber gleichzeitig noch Respekt ausdrückt.
Wie du siehst, hängt das richtige Danke von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:
Dem Alter der Person
Dem sozialen Status
Der Beziehung
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du diese Faktoren berücksichtigst und immer das passende Danke sagst.
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Die 4 häufigsten koreanischen Danksagungen (von formell bis informell)
In Korea sind diese fünf Danksagungen am wichtigsten:
감사합니다 (gam-sa-ham-ni-da)
고맙습니다 (go-map-seum-ni-da)
정말 고마워요 (jeong-mal go-ma-wo-yo)
고마워 (go-ma-wo)
Hier erkläre ich dir jede einzelne im Detail:
Sehr formell & Standard: gam-sa-ham-ni-da (감사합니다)
Wörtliche Bedeutung:
gamsa (감사) bedeutet „Dankbarkeit“ und hamnida (합니다) ist eine sehr formelle Form von „tun/machen“. Zusammen heißt es also wörtlich: „Ich bringe meinen Dank dar.“
Wann man es verwendet:
Es ist das am meisten benutzte Danke in Korea. Man benutzt es insbesondere bei Fremden, auf die man in der Öffentlichkeit trifft. Du kannst es aber auch zu Menschen sagen, die du oberflächlich kennst. Wenn du dir unsicher bist, dann benutz immer dieses Danke, weil du damit nicht viel falsch machen kannst.
Szenario mit Beispielsatz:
Du bekommst in einem Geschäft Hilfe beim Finden eines Produkts und möchtest dich höflich bedanken:
Gamsahamnida. Jeongmal doumi doeeosseoyo.
(감사합니다. 정말 도움이 되었어요.)
→ „Vielen Dank. Das hat mir wirklich geholfen.“
Wann du es nicht verwenden solltest:
Gamsahamnida (감사합니다) ist neutral und respektvoll – aber auch emotional distanziert. Verwende es nicht bei Leuten, mit denen du eine enge Beziehung hast. Wenn du es bei Freunden verwendest, kannst du kalt oder übertrieben höflich wirken.
Leicht formell: 고맙습니다 (go-map-seum-ni-da)
Wörtliche Bedeutung:
gomapda (고맙다) bedeutet wörtlich „dankbar sein“. Die Endung seumnida (-습니다) ist eine formelle, höfliche Verb-Endung. Zusammengesetzt heißt es sinngemäß: „Ich bin dankbar.“
Wann man es verwendet:
gomapseumnida (고맙습니다) ist ebenfalls eine höfliche und respektvolle Art, Danke zu sagen – aber es klingt im Vergleich zu gamsahamnida (감사합니다) etwas wärmer. Verwende es bei Menschen, die du regelmäßig triffst – zum Beispiel bei Kollegen in deiner Abteilung. Auf diese Weise wirkst du etwas offener und zugänglicher, aber bewahrst gleichzeitig noch eine respektvolle Distanz.
Szenario mit Beispielsatz:
Du arbeitest mit einem Kollegen an einem Projekt. Er hilft dir kurzfristig mit einer wichtigen Präsentation. Du bedankst dich am Ende des Treffens:
Gomapseumnida. Keun doumi dwaesseoyo.
고맙습니다. 큰 도움이 됐어요.
→ „Vielen Dank. Das war eine große Hilfe.“
Wann du es nicht verwenden solltest:
Bei Leuten, die du noch nie getroffen hast und in sehr formellen Situationen, z. B. bei offiziellen Terminen mit wichtigen Leuten.
Höflich und herzlich: jeong-mal go-ma-wo-yo (정말 고마워요)
Wörtliche Bedeutung:
Jeongmal (정말) bedeutet „wirklich“ oder „sehr“. Gomawoyo (고마워요) ist die höfliche, aber lockere Form von gomapseumnida (고맙습니다). Zusammengesetzt heißt der Ausdruck sinngemäß: „Ich bin dir wirklich dankbar.“
Wann man es verwendet:
Jeongmal gomawoyo (정말 고마워요) klingt höflich, aber gleichzeitig emotional und persönlich. Du verwendest es in Gesprächen mit Menschen, zu denen du eine gewisse Nähe aufgebaut hast, aber bei denen du trotzdem respektvoll bleiben willst – etwa bei vertrauten Nachbarn oder Kollegen, mit denen du dich gut verstehst. Es drückt ehrliche Dankbarkeit aus und wirkt wärmer als ein rein formelles Danke.
Szenario mit Beispielsatz:
Ein Nachbar bringt dir als Überraschung selbstgemachtes Essen. Daraufhin sagst du:
Jeongmal gomawoyo. Ireohgekkaji an hasyeodo doenende-yo. (정말 고마워요. 이렇게까지 안 하셔도 되는데요.)
→ „Vielen Dank. Das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen.“
Wann du es nicht verwenden solltest:
In formellen Situationen wie in einem professionellen Meeting wirkt jeongmal gomawoyo (정말 고마워요) zu emotional oder zu vertraulich. In solchen Fällen ist gamsahamnida (감사합니다) angemessener.
Informell: go-ma-wo (고마워)
Wörtliche Bedeutung:
Gomawo (고마워) ist die verkürzte, informelle Form von gomapda (고맙다), was „dankbar sein“ bedeutet. Ohne zusätzliche Endung bleibt es einfach und locker. Es bedeutet schlicht: „Danke“.
Wann man es verwendet:
Dieses Danke ist direkt, nett und unkompliziert. Man verwendet es zum Beispiel bei Freunden, Kindern oder Geschwistern – also jeder Art von Person, mit der du sehr vertraut bist und ein enges Verhältnis hast.
Szenario mit Beispielsatz:
Ein Freund hilft dir beim Tragen deiner Einkaufstaschen. Du bedankst dich kurz:
Gomawo! (고마워!)
→ „Danke!“
Wann du es nicht verwenden solltest:
Sag gomawo (고마워) nicht zu älteren Personen, Vorgesetzten oder Fremden. Es wäre unhöflich oder sogar respektlos, weil dieses Danke kein Höflichkeitselement hat.
Die Top 4 koreanischen Danksagungen zusammengefasst
| Höflichkeitsgrad | Danke (Romanisiert) | Danke (Koreanisch) | Wann man es verwendet |
|---|---|---|---|
| Sehr formell | gam-sa-ham-ni-da | 감사합니다 | In der Öffentlichkeit, bei Fremden, bei Unsicherheit – immer die sicherste Wahl |
| Formell | go-map-seum-ni-da | 고맙습니다 | Bei Bekannten, Kollegen, Menschen, die man öfter trifft – etwas persönlicher als gamsahamnida (감사합니다) |
| Höflich & herzlich | jeong-mal go-ma-wo-yo | 정말 고마워요 | Bei Nachbarn, hilfsbereiten Bekannten oder Kollegen mit vertraulichem Verhältnis |
| Informell | go-ma-wo | 고마워 | Unter engen Freunden, in der Familie, bei gleichaltrigen oder jüngeren Personen, bei enger Beziehung |
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Das koreanische Danke in der Umgangssprache
Bis jetzt hast du die wichtigsten koreanischen Danksagungen gelernt. Aber das ist noch nicht alles. Vor allem in der Umgangssprache gibt es noch viele weitere Arten, Danke zu sagen.
Wenn du mit jüngeren Koreanern sprichst, in Gruppen-Chats bist oder auf koreanischen Social-Media-Plattformen unterwegs bist, wirst du ganz andere Varianten sehen, die dich verwirren werden, wenn du sie nicht lernst.
Hier zeige ich dir die gängigen umgangssprachlichen koreanischen Danksagungen.
go-ma-wo-ya (고마워야) – Ein cooles Danke
gomawoya (고마워야) ist eine noch lockerere Variante von gomawo (고마워). Denn es hat ein -ya (야) am Ende, was das Danke „cool“ macht. Es ist ungefähr so, als würde man im Deutschen „Danke, Alter!“ sagen.
Beispiel:
Ein Freund bringt dir unerwartet etwas zu trinken. Du freust dich und bedankst dich:
gomawoya! (고마워야!)
→ „Ey, danke dir!“
gamsa (감사) – Ein trockenes Danke
Es ist eine abgekürzte Form von gamsahamnida (감사합니다) und wird fast nie ausgesprochen, sondern nur geschrieben. Weil es so kurz ist, kann es auch als ein sarkastisches Danke wahrgenommen werden.
Beispiel:
Du fragst einen Freund nach Hilfe, bekommst eine unbrauchbare Antwort und schreibst dann im Chat:
gamsa (감사)
→ „Danke.“ (gemeint: „Wow, das war ja gar nicht hilfreich.“)
gomawo~ (고마워~) – Ein verspieltes Danke
Das ist kein neues Danke, sondern einfach das gomawo (고마워), das du oben bereits gelernt hast, aber mit einem „~“ am Ende. Das „~“ am Ende eines Wortes hat im Koreanischen, besonders im Chat, eine emotionale Funktion. Es verändert nicht die Bedeutung, sondern den Tonfall, indem es ihn weicher und freundlicher macht. Sei vorsichtig, denn je nach Kontext kann gomawo~ (고마워~) auch flirtend wirken. Verwende es nur bei Leuten, mit denen du sehr vertraut bist.
Beispiel:
Dein Partner wünscht dir viel Erfolg auf der Arbeit. Du antwortest ihm:
gomawo~ (고마워~)
→ „Danke~“ (mit einem liebevollen Ton)
ㄳ – das koreanische Online-Danke
ㄳ (gs) steht für gamsa (감사), also „Danke“. Diese Abkürzung wird nur online verwendet, vor allem in Games, Foren oder Streams. Es ist einfach ein schneller und müheloser Weg, Danke zu sagen. Ungefähr so, als würdest du jemandem ein Daumen-hoch-Emoji senden oder einfach nur „thx“ schreiben.
Ein Beispiel:
Du bekommst in einem Online-Game ein Kompliment von jemandem und antwortest:
ㄳ
→ „Danke“
Zusammenfassung
Du hast gelernt, dass es im Koreanischen nicht nur ein „Danke“ gibt, sondern viele. Und jedes davon muss in einer passenden Situation verwendet werden. Du weißt jetzt, warum ein einziges Standard-Danke wie „gamsahamnida“ nicht immer ausreicht und wie wichtig es ist, auf den Tonfall, die Nähe zur Person und den Kontext zu achten.
Doch jetzt ist es wichtig, dein Wissen in die Praxis umzusetzen. Ansonsten bleibt das alles nur Theorie, die du irgendwann vergisst. In der Sprachlern-App Busuu gibt es interaktive Lektionen mit echten Dialogen, die dir genau dabei helfen:
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