Diese Sprache(n) will ich lernen:
Autor:

Johannes Bopp
Was ist die Bedeutung von japanischen Partikeln? Ich habe eine Weile gebraucht, um sie zu verstehen. Aber hier ist die Antwort in kurz: japanische Alphabet
Japanische Partikeln sind kleine Wörter wie wa (は), ga (が) oder o (を), die Sätzen eine Bedeutung und Struktur verleihen. Wenn du bereits das
Aber wieso braucht man diese Partikeln so sehr? Im Deutschen kann man ja Sätze problemlos auch ohne Partikeln bilden. Das liegt daran, dass die deutsche Sprache eine feste Satzstruktur hat. Diese Satzstruktur weist darauf hin, welche Wörter das Subjekt, Objekt, Prädikat usw. sind.
Aber im Japanischen ist das anders. Diese Sprache hat eine flexible Satzstruktur. Deshalb braucht sie Partikeln. Denn diese Partikeln geben an, welche Funktion ein Wort in einem Satz hat. Das hört sich vermutlich abstrakt an, deshalb gebe ich dir hier ein Beispiel:
Watashi wa sensei desu (わたし は せんせい です。) bedeutet „Ich bin ein Lehrer“. Das „wa“ in diesem Satz ist eine Partikel. Sie gibt an, dass „Watashi“ („ich“) das Thema des Satzes ist. Ohne diese Partikel wäre dieser Satz für Japaner unklar.
Aber es gibt auch andere Partikeln, die zum Beispiel zeigen:
Welches Wort das direkte Objekt einer Handlung ist.
Wohin sich etwas bewegt oder wann etwas passiert.
Mit welchem Mittel etwas getan wird.
Wem etwas gehört.
Hier erkläre ich dir, wie du die wichtigsten japanischen Partikeln verwendest, damit du grundlegende Sätze bilden kannst.
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Japanische Partikeln lernen: Der erste Schritt
Bevor wir uns japanische Partikeln im Detail anschauen, musst du noch eine wichtige Sache lernen: Japanische Partikeln sind nicht zu vergleichen mit deutschen Partikeln.
Denn in der deutschen Sprache sind Partikeln kleine Wörter, die die Bedeutung eines Satzes leicht anpassen. Zum Beispiel beim Satz „Das ist doch klar!“ ist „doch“ die Partikel. Aber im Japanischen definieren Partikeln die ganze Bedeutung des Satzes.
Noch was: Japanische Partikeln haben keine direkte Übersetzung. Heißt: Du kannst sie nicht einfach wie Vokabeln auswendig lernen und dann anwenden. Stattdessen musst du ihre Essenz verstehen und lernen, sie richtig anzuwenden. Genau dabei helfe ich dir in den folgenden Abschnitten:
So funktioniert die Grammatik japanischer Partikeln
Damit du japanische Partikeln richtig anwendest und liest, musst du zuerst diese grammatische Grundregel verstehen:
Partikeln stehen immer hinter dem Wort, auf das sie sich beziehen. Lass mich dir ein Beispiel geben:
Ringo o tabemasu (りんごを食べます) – Ich esse einen Apfel.
In diesem Satz wird die Partikel „o“ verwendet. Sie gibt an, dass das Wort „Ringo“ (Apfel) das Objekt in diesem Satz ist. Diese Regel ist wichtig, denn du musst immer wissen, auf welches Wort sich eine Partikel bezieht.
Profi-Tipp: Ein Wort kann mehrere Partikeln haben
Es gibt Sätze, in denen Wörter mehrere Partikeln haben. Hier ein Beispiel:
Tomodachi ni wa purezento o agemashita (友達にはプレゼントをあげました)
(ni) zeigt das indirekte Objekt an (der Freund, der das Geschenk erhält).
(wa) hebt das Thema hervor (es geht speziell um meinen Freund).
Solche Kombinationen helfen, zusätzliche Nuancen im Satz auszudrücken. Aber für den Anfang reicht es, wenn du Sätze mit einzelnen Partikeln lernst. Diese Kombinationen kannst du dir später nochmal genauer anschauen.
Jetzt kommen wir endlich dazu, die wichtigsten Partikeln unter die Lupe zu nehmen:
5 häufige japanische Partikeln, die du kennen musst
Es gibt viele verschiedene Partikeln mit unterschiedlichen Funktionen. Einige davon sind nur in speziellen Situationen wichtig, während andere in gefühlt 90 % aller Sätze vorkommen.
Hier konzentrieren wir uns auf die fünf wichtigsten Partikeln. Nachdem du sie gemeistert hast, kannst du dich bereits gut ausdrücken und bekommst ein Gefühl für die japanische Sprachlogik.
wa (は) – Die Thema-Partikel
Die Partikel wa (は) gibt an, was das Thema eines Satzes ist. In anderen Worten: Sie stellt klar, worüber gesprochen wird.
Ich weiß, auf uns Deutsche wirkt das unnötig. Es ist doch klar, was das Thema eines Satzes ist. Aber vergiss nicht: Die japanische Sprache hat keine so feste Satzstruktur wie unsere Sprache, sodass man diese Partikel braucht, um anzugeben, was das Thema im Satz ist.
Schauen wir uns ein Beispiel an:
Watashi wa gakusei desu (私は学生です) – „Ich bin Student.“
Hier zeigt die Partikel „wa“, dass „watashi“ („ich“) das Thema des Satzes ist. Der Fokus liegt darauf, dass über „mich“ gesprochen wird.
Ein weiteres Beispiel:
Kyō wa atsui desu (今日は暑いです) – „Heute ist es heiß.“
Hier zeigt die Partikel „wa“, dass „kyō“ („heute“) das Thema des Satzes ist. Die Aussage bedeutet also, dass es speziell heute heiß ist.
が (ga) – Die Subjekt-Partikel
Die Partikel ga (が) gibt an, was das Subjekt eines Satzes ist:
Kono eiga ga omoshiroi desu (この映画が面白いです) – „Dieser Film ist interessant.“
Hier zeigt die Partikel „ga“, dass „kono eiga“ („dieser Film“) das Subjekt des Satzes ist. Der Fokus liegt auf dem Film selbst. Würdest du hier stattdessen „wa“ (die Thema-Partikel) verwenden, würde der Satz heißen: „Filme (generell) sind interessant.“
Vergiss nicht: Mit „wa“ beziehst du dich auf Themen und mit „ga“ auf das Subjekt im Satz. Zugegeben, diese beiden Partikeln sind leicht zu verwechseln, deshalb pass bei ihnen gut auf.
Ein weiteres Beispiel:
watashi ga yarimashita (私がやりました) – „Ich habe es gemacht.“
Hier zeigt „ga“, dass „watashi“ („ich“) das Subjekt des Satzes ist. Dadurch wird betont, dass gerade diese Person die Handlung ausgeführt hat.
を (o) – Die Objekt-Partikel
Die Partikel o (を) markiert das direkte Objekt eines Verbs, also das, worauf sich eine Handlung bezieht:
Sushi o tabemasu (寿司を食べます) – „Ich esse Sushi.“
Hier zeigt die Partikel „o“, dass „sushi“ das direkte Objekt des Verbs „tabemasu“ (essen) ist.
Ein weiteres Beispiel:
Hon o yomimasu (本を読みます) – „Ich lese ein Buch.“
Hier zeigt die Partikel „o“, dass „hon“ („Buch“) das direkte Objekt der Handlung „lesen“ ist.
に (ni) – Die Ziel- und Zeit-Partikel
Die Partikel ni (に) hat zwei Hauptfunktionen: Sie zeigt ein Ziel oder einen Zeitpunkt an.
Beispiel für ein Ziel:
Gakkō ni ikimasu (学校に行きます) – „Ich gehe zur Schule.“
Hier zeigt die Partikel „ni“, dass „gakkō“ („Schule“) das Ziel der Bewegung ist.
Beispiel für einen Zeitpunkt:
Shichi-ji ni okimasu (7時に起きます) – „Ich stehe um 7 Uhr auf.“
Hier zeigt die Partikel „ni“, dass „shichi-ji“ („7 Uhr“) der Zeitpunkt der Handlung „aufstehen“ ist.
で (de) – Die Ort- und Mittel-Partikel
Die Partikel de (で) wird verwendet, um den Ort einer Handlung oder das Mittel einer Handlung zu beschreiben.
Beispiel für einen Ort:
Toshokan de benkyou shimasu (図書館で勉強します) – „Ich lerne in der Bibliothek.“
Hier zeigt die Partikel „de“, dass „toshokan“ („Bibliothek“) der Ort ist, an dem die Handlung „lernen“ stattfindet.
Beispiel für ein Mittel:
Basu de ikimasu (バスで行きます) – „Ich fahre mit dem Bus.“
Hier zeigt die Partikel „de“, dass „basu“ („Bus“) das Mittel der Fortbewegung ist.
Mache Übungen mit Feedback zu den 5 wichtigsten Partikeln
Du hast jetzt die Theorie hinter Partikeln gelernt. Jetzt ist es sehr wichtig, dass du dein Wissen auch anwendest und testest. Auf Busuu kannst du regelmäßige Übungen machen und Tests abschließen. So wirst du japanische Partikeln so schnell es geht meistern.
11 japanische Partikeln in einer Tabelle
In dieser Tabelle kannst du immer die wichtigsten Partikeln nachschlagen. Ich habe neben den 5 wichtigsten Partikeln auch 6 weitere hinzugefügt, wenn du noch mehr lernen willst.
| Partikel | Funktion | Beispielsatz |
|---|---|---|
| wa (は) | Markiert das Thema des Satzes | Watashi wa gakusei desu (私は学生です) – „Ich bin Student. “ |
| ga (が) | Markiert das Subjekt eines Satzes, besonders für neue oder betonte Informationen | Kono eiga ga omoshiroi desu (この映画が面白いです) – „Dieser Film ist interessant. “ |
| o (を) | Markiert das direkte Objekt eines Verbs | Sushi o tabemasu (寿司を食べます) – „Ich esse Sushi. “ |
| ni (に) | Zeigt ein Ziel oder einen Zeitpunkt an | Gakkō ni ikimasu (学校に行きます) – „Ich gehe zur Schule. “ |
| de (で) | Gibt den Ort oder das Mittel einer Handlung an | Toshokan de benkyou shimasu (図書館で勉強します) – „Ich lerne in der Bibliothek. “ |
| e (へ) | Zeigt eine Richtung oder Bewegung an (ähnlich wie に ) | Tōkyō e ikimasu (東京へ行きます) – „Ich fahre nach Tokio. “ |
| no (の) | Zeigt Besitz oder Zugehörigkeit an | Kore wa watashi no hon desu (これは私の本です) – „Das ist mein Buch. “ |
| to (と) | Verbindet zwei Nomen („und“), zeigt Begleitung an | Neko to inu ga imasu (猫と犬がいます) – „Es gibt eine Katze und einen Hund. “ |
| mo (も) | Bedeutet „auch“ oder „ebenfalls“ | Watashi mo gakusei desu (私も学生です) – „Ich bin auch Student. “ |
| kara (から) | Gibt den Ausgangspunkt einer Handlung oder Ursache an („von“, „weil“) | Nihon kara kimashita (日本から来ました) – „Ich komme aus Japan. “ |
| made (まで) | Zeigt eine Grenze oder einen Endpunkt an („bis“) | Gogo 5-ji made hatarakimasu (午後5時まで働きます) – „Ich arbeite bis 17 Uhr. “ |
Zusammenfassung
Hier hast du die Grundlagen der japanischen Partikeln kennengelernt – ein wichtiger Schritt, um dein Japanisch auf ein hohes Niveau zu bringen. Denn jetzt kannst du bereits japanische Sätze bilden. Wenige erreichen diese Expertise!
Dank dieses Artikels weißt du jetzt, was Partikeln sind und warum sie in der japanischen Grammatik so wichtig sind. Zusätzlich hast du die 5 wichtigsten Partikeln gelernt: wa (は), ga (が), o (を), ni (に) und de (で). Du kennst ihre Funktionen und weißt, wie sie in Sätzen positioniert werden müssen.
Es fehlt aber noch eine Sache. Und ohne sie wird niemand richtig Japanisch lernen: regelmäßiges Üben und Feedback. Dabei hilft dir Busuu:
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