Hiragana jetzt lernen: Das komplette System erklärt

Hiragana jetzt lernen: Das komplette System erklärt

Eine vollständige Anleitung für Anfänger, die Hiragana lernen wollen.

Diese Sprache(n) will ich lernen:

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Johannes Bopp Author Avatar

Johannes Bopp

16. Dez. 2025
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Du willst Hiragana jetzt lernen? Dafür ist es notwendig, dass du durch diese 5 Lektionen gehst:

  1. Wann man Hiragana verwendet (und wann nicht)

  2. Wie man die Hiragana-Tabelle liest

  3. Was die Sonderzeichen Dakuten und Handakuten bewirken

  4. Wie man Hiragana-Zeichen kombiniert

  5. Wie man Hiragana-Zeichen schnell auswendig lernt

Genau diese Dinge bringe ich dir hier bei – Schritt für Schritt. Es wird sich lohnen, denn Hiragana ist die Grundlage für vieles weitere in der japanischen Sprache.

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Hiragana selbst zu lernen ist schwierig, denn es ist nicht wie das deutsche Alphabet. Es gibt komplexe Kombinationen zwischen den Zeichen und besondere Regeln. Deshalb ist ein gut durchdachter Lernplan, der auf dein Niveau abgestimmt ist, extrem wichtig. Genau so einen bekommst du kostenlos, wenn du dir die Busuu-App holst.

Die wahre Bedeutung von Hiragana 

Zuerst muss ich ein häufiges Missverständnis beseitigen:

Hiragana ist nicht das

japanische Alphabet

Es ist eins der drei Schriftsysteme, die das komplette japanische Alphabet ausmachen:

  • Hiragana

  • Katakana

  • Kanji

Um auf Japanisch lesen zu können, musst du alle drei lernen. Aber es ist gut, dass du stückweise vorgehst und dich jetzt nur auf Hiragana konzentrierst! 

Hiragana ist übrigens das System, das Anfänger immer zuerst lernen, weil man damit schon einfache Sätze schreiben kann – auch ohne Kanji oder Katakana.

Hiragana wird für Originalwörter verwendet

Hiragana wird für originale japanische Wörter verwendet – also Wörter, die nicht aus anderen Sprachen übernommen wurden. 

Du kennst das auch aus dem Deutschen: Manche Wörter wie „Computer“ wurden aus dem Englischen übernommen und andere Wörter wie „Tisch“ sind original deutsch. Genauso gibt es im Japanischen originale Wörter und von anderen Sprachen „geliehene“ Wörter. Hier ein Beispiel:

Ein originales japanisches Wort: さくら (sakura)

Ein aus dem Englischen geliehenes Wort: コンピュータ (konpyūta)

Oben habe ich „sakura“ in Hiragana geschrieben. „konpyūta“ hingegen in Katakana – dem zweiten japanischen Schriftsystem, das du später lernen wirst. Für Fremdwörter wird nämlich immer Katakana und nie Hiragana verwendet.

Ohne Hiragana können Sätze nicht grammatisch korrekt geschrieben werden

Noch wichtiger ist Hiragana für die japanische Grammatik. 

Japanische Wörter haben Endungen, die man Partikeln nennt, z. B. は (wa), を (o) oder で (de). Diese Endungen geben an, welche Funktion ein Wort in einem Satz hat. Und sie werden immer in Hiragana geschrieben. Auch Verb- und Adjektiv-Endungen bestehen oft aus Hiragana. 

Das ist aber für später, weil die japanische Grammatik ein eigenes Thema ist. Schauen wir uns jetzt das komplette Hiragana-System an:

Hiragana für Anfänger: Das komplette System von a bis o

In diesem Abschnitt möchte ich dir nicht einfach nur alle Hiragana-Zeichen zeigen. Ich möchte, dass du die Logik hinter diesem Schreibsystem verstehst. So geht das Auswendiglernen nachher viel schneller.

Schauen wir uns zuerst dieses Bild an:

Oben siehst du die Hiragana-Tabelle mit allen 46 Grundzeichen. Auf den ersten Blick erkennt man keine Struktur. Aber es steckt ein klares Muster dahinter:

  • Jede Spalte (von oben nach unten) hat einen eigenen Vokal: a, i, u, e, o

  • Jede Zeile (von links nach rechts) hat einen eigenen Konsonanten: k, s, t, n, h, m, y, r, w, n

Die erste Zeile ist eine Ausnahme, weil sie nur Vokale enthält: あ (a), い (i), う (u), え (e), お (o). Aber ab der zweiten Zeile besteht jedes Hiragana-Zeichen aus einem Konsonanten und einem Vokal. In anderen Worten:

Ein Hiragana-Zeichen = ein Konsonant + ein Vokal

Aus „k“ + „a“ wird „ka“ →
Aus „m“ + „i“ wird „mi“ →

Wenn ich dich jetzt frage, wo tsu (つ) in der Hiragana-Tabelle ist, kannst du es ganz einfach finden. Du suchst einfach die Spalte, die oben mit u (う) anfängt und gehst dann runter, bis du tsu (つ) triffst. Du weißt nämlich, dass alle Hiragana-Zeichen in dieser Spalte auf „u“ enden.

Besonderheiten in der Hiragana-Tabelle

Ein paar Dinge sind in der Tabelle verwirrend. 

Zum Beispiel hat die letzte Zeile einfach nur ein Zeichen: ん (n). Es ist das einzige Zeichen ohne Vokal.

Außerdem sind die Zeilen, die mit や (ya) und わ (wa) anfangen, unvollständig. Es gibt z. B. kein „yi“, „ye“ oder „wu“. 

Von diesen Besonderheiten musst du dich aber nicht ablenken lassen. Es gibt sie aus historischen Gründen, die du nicht kennen musst, wenn du einfach nur Japanisch sprechen lernen willst.

Viel wichtiger ist für dich jetzt: Die Sachen zu lernen, die nicht in der Hiragana-Tabelle vorhanden sind. Es fehlen nämlich noch die Sonderzeichen und die kombinierten Laute.

Ab hier wird es komplizierter. Festige dein Wissen mit Busuu!

Viele kommen ab hier nicht weiter, weil sie die Hiragana-Tabelle nur flüchtig überschauen, anstatt sie zu verinnerlichen. Wenn du die Hiragana-Tabelle noch nicht verinnerlicht hast, kannst du auf Busuu jeden Tag kleine Übungen machen, die dir genau dabei helfen.


Die Hiragana-Sonderzeichen Dakuten und Handakuten

Du kennst es aus dem Deutschen, dass, wenn man z. B. einem „U“ Doppelpunkte gibt, es zu einem „Ü“ wird und dadurch anders ausgesprochen wird. Im Japanischen gibt es etwas Ähnliches. Es gibt zwei Sonderzeichen, die die Aussprache eines Hiragana-Zeichens ändern:

  • Dakuten: Zwei kleine Striche rechts oben ()

  • Handakuten: Ein kleiner Kreis rechts oben ()

Diese Zeichen setzt man rechts oben an das Hiragana-Zeichen. Schauen wir uns zuerst Dakuten an:

Dakuten (゛)

Dakuten sorgt dafür, dass der Konsonant eines Hiragana-Zeichens sich verändert.

Schau:

Aus k wird g か (ka) → が (ga)
Aus s wird zさ (sa) → ざ (za)
Aus t wird dた (ta) → だ (da)
Aus h wird bは (ha) → ば (ba)

Wichtig: Nicht jedes Hiragana-Zeichen kann ein Dakuten empfangen! Das können nur die Zeichen aus den Reihen K, S, T und H in der Hiragana-Tabelle.

Hier sind alle mit Dakuten kombinierbaren Hiragana-Zeichen:

ReiheGrundzeichenMit Dakuten
H-Reiheは (ha)、ひ (hi)、ふ (fu)、へ (he)、ほ (ho)ば (ba)、び (bi)、ぶ (bu)、べ (be)、ぼ (bo)
K-Reiheか (ka)、き (ki)、く (ku)、け (ke)、こ (ko)が (ga)、ぎ (gi)、ぐ (gu)、げ (ge)、ご (go)
S-Reiheさ (sa)、し (shi)、す (su)、せ (se)、そ (so)ざ (za)、じ (ji)、ず (zu)、ぜ (ze)、ぞ (zo)
T-Reiheた (ta)、ち (chi)、つ (tsu)、て (te)、と (to)だ (da)、ぢ (ji)、づ (zu)、で (de)、ど (do)

Handakuten (゜)

Handakuten ist nur auf eine Zeile aus der Hiragana-Tabelle anwendbar, und zwar auf die H-Reihe. Es ändert das „h“ zu einem „p“. Heißt: Dieses Sonderzeichen kannst du nur bei diesen fünf Hiragana-Zeichen verwenden:

は (ha) → ぱ (pa)

ひ (hi) → ぴ (pi)

ふ (fu) → ぷ (pu)

へ (he) → ぺ (pe)

ほ (ho) → ぽ (po)

Wie man Hiragana-Zeichen kombiniert

Manche Hiragana-Zeichen kann man kombinieren, um eine neue Silbe zu bilden. So funktioniert es:

Du nimmst ein Zeichen, das auf „i“ endet – zum Beispiel き (ki) oder し (shi) – und setzt ein や (ya), ゆ (yu) oder よ (yo) direkt dahinter:

  • き (ki) + ゃ (ya) → きゃ (kya)

  • し (shi) + ゅ (yu) → しゅ (shu)

  • に (ni) + ょ (yo) → にょ (nyo)

Wichtiges Detail: Das zweite Zeichen muss immer klein geschrieben werden. Die Kleinschreibung ändert nur die Größe des Zeichens – optisch bleibt es genau gleich. Oben bei den Beispielen erkennst du, dass das zweite Zeichen etwas kleiner ist.

Hier ein einfaches Wort mit einer Zeichenkombination als Beispiel:

きゃく (kyaku) – Gast 

Für Anfänger, die Zeichenkombinationen noch nicht kennen, sieht das Wort so aus, als hätte es drei Silben – き (ki)・ゃ (ya)・く (ku) –, aber es gibt nur zwei: きゃ (kya) und く (ku)

Um Hiragana richtig zu lesen, ist es wichtig, dass du diese Kombinationen erkennst. Insgesamt gibt es 30:

KombinationErgebnis
き (ki) + ゃ (ya)きゃ (kya)
き (ki) + ゅ (yu)きゅ (kyu)
き (ki) + ょ (yo)きょ (kyo)
し (shi) + ゃ (ya)しゃ (sha)
し (shi) + ゅ (yu)しゅ (shu)
し (shi) + ょ (yo)しょ (sho)
ち (chi) + ゃ (ya)ちゃ (cha)
ち (chi) + ゅ (yu)ちゅ (chu)
ち (chi) + ょ (yo)ちょ (cho)
に (ni) + ゃ (ya)にゃ (nya)
に (ni) + ゅ (yu)にゅ (nyu)
に (ni) + ょ (yo)にょ (nyo)
ひ (hi) + ゃ (ya)ひゃ (hya)
ひ (hi) + ゅ (yu)ひゅ (hyu)
ひ (hi) + ょ (yo)ひょ (hyo)
み (mi) + ゃ (ya)みゃ (mya)
み (mi) + ゅ (yu)みゅ (myu)
み (mi) + ょ (yo)みょ (myo)
り (ri) + ゃ (ya)りゃ (rya)
り (ri) + ゅ (yu)りゅ (ryu)
り (ri) + ょ (yo)りょ (ryo)
ぎ (gi) + ゃ (ya)ぎゃ (gya)
ぎ (gi) + ゅ (yu)ぎゅ (gyu)
ぎ (gi) + ょ (yo)ぎょ (gyo)
び (bi) + ゃ (ya)びゃ (bya)
び (bi) + ゅ (yu)びゅ (byu)
び (bi) + ょ (yo)びょ (byo)
ぴ (pi) + ゃ (ya)ぴゃ (pya)
ぴ (pi) + ゅ (yu)ぴゅ (pyu)
ぴ (pi) + ょ (yo)ぴょ (pyo)

Wie du Hiragana-Zeichen mithilfe von Eselsbrücken auswendig lernst

Was beim Lernen von Hiragana am meisten frustriert, ist das Auswendiglernen. Wenn du es bereits versucht hast, kennst du das: Die Zeichen wirken zu ungewohnt, weshalb du sie immer wieder vergisst.

Das Problem ist aber nicht dein Gedächtnis, sondern vermutlich deine Methode. Denn viele üben mit stumpfen Wiederholungen oder Karteikarten. Das ist aber extrem ineffektiv. Lass mich dir stattdessen einen besseren Weg zeigen:

Versuche, in den Hiragana-Zeichen etwas Echtes wiederzuerkennen. Nehmen wir mal dieses Zeichen als Beispiel:

(yo)

Für mich sieht das ein bisschen aus wie ein Jo-Jo, das gerade an seiner Schnur herunterrollt. Da ich jetzt dieses Zeichen mit einem Jo-Jo in Verbindung bringe, kann ich es mir viel besser merken. Denn unser Gehirn reagiert viel besser auf vertraute Bilder, anstatt auf abstrakte Formen.

Eine weitere Methode, die Zeichen auswendig zu lernen, ist, sie zu zeichnen. Aber das musst du auf die richtige Weise machen. Ich erkläre dir hier, wie das geht:

Hiragana schreiben lernen

Jedes Hiragana-Zeichen hat eine feste Strichreihenfolge. Wenn du sie ignorierst, sehen deine Zeichen komisch aus. Der beste Weg, diese Strichreihenfolgen zu lernen, ist durch das Abgucken. Wenn du siehst, wie jemand die Zeichen malt – zum Beispiel in einem Video – kannst du es ganz einfach nachmachen.

Auf Busuu gibt es genau solche Videos, die dir vormachen: 

  • Wo du den Stift ansetzt

  • In welcher Reihenfolge die Striche kommen

  • Wie du sie flüssig verbindest

Du brauchst dir also nicht selbst irgendwelche Skizzen oder Regeln merken – du lernst die Zeichen einfach durch Beobachten und Wiederholen. Das ist nicht nur effektiver, sondern macht auch mehr Spaß!

Zusammenfassung

Hiragana sieht am Anfang kompliziert aus. Aber dank den Lektionen aus diesem Artikel bist du nun kein Anfänger mehr. Schau, was du alles gelernt hast:

  • Wofür Hiragana überhaupt verwendet wird – z. B. für originale japanische Wörter und Partikel

  • Wie das System aufgebaut ist: Vokale + Konsonanten = Silben

  • Was es mit Dakuten auf sich hat – z. B. か (ka) → が (ga)

  • Was Handakuten sind – z. B. は (ha) → ぱ (pa)

  • Wie kombinierte Laute funktionieren – z. B. し (shi) + ゅ (yu) → しゅ (shu)

  • Warum die Strichreihenfolge beim Schreiben wichtig ist

  • Und warum das Lernen mit Videos wie bei Busuu besonders effektiv ist

Wenn du jetzt dranbleibst und regelmäßig übst, wirst du bald alle Zeichen lesen und selbst schreiben können. Ich empfehle dir, dabei Busuu zur Unterstützung zu nehmen:

Mit Busuu erreichst du dein Ziel, Japanisch zu sprechen

Um dein Ziel zu erreichen, brauchst du nur eine Sache: regelmäßiges Lernen. Selbst wenn es nur 10 Minuten am Tag sind. Aber trotzdem scheitern die meisten, weil sie keine Unterstützung oder Erinnerungen haben. Die Lösung dafür ist Busuu. Die App erinnert dich jeden Tag automatisch daran, deine nächste Lektion zu starten, die sie für dich vorbereitet hat.

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Johannes ist in einer bilingualen Familie und an einer bilingualen Schule aufgewachsen. Heute spricht er vier Sprachen, unterrichtet seine Freunde in Englisch und zeigt in seinen Artikeln, wie man neue Sprachen lernt.

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